Gegen das Lagersystem! Ein kleiner Demobericht vom 8.9. in Bamberg


Gemeinsam mit 350 bis zwischenzeitlich 700 anderen Menschen haben wir am vergangenen Samstag in Bamberg gegen Rassismus und das dortige Ankerzentrum demonstriert.

Der Name steht euphemistisch für „Ankunft, Entscheidung und Rückführung“. Von diesen derart bezeichneten Lagern gibt es mittlerweile sieben in Bayern, und nach dem Willen der Bundesregierung sollen insgesamt ca. 40 solcher Großlager in ganz Deutschland eingerichtet werden. Vorbild dafür ist unter anderem die AEO („ANKER-Einrichtung Oberfranken“) in Bamberg, in deren Lagersystem bereits seit 2015 geflüchtete Menschen interniert, vom Rest der Bevölkerung abgeschottet, segregiert und festgehalten werden. Viele, denen der Staat das Recht auf Asyl verwehrt, werden von dort aus auch direkt wieder abgeschoben in sogenannte Drittstaaten oder das, was der Staat zynisch als „sichere Herkunftsländer“ bezeichnet.

Die Zustände in den Lagern selbst sind geprägt von Enge, fehlender Privatsphäre, rassistischen Einteilungen und nicht selten auch Übergriffen durch Security oder Polizei. Außerdem herrscht die ständige Angst vor Abschiebung und es besteht nur eine äußerst mangelhafte medizinische Versorgung.
Die Startkundgebung der Demo fand direkt vor der AEO statt. Ein hoher Zaun mit Stacheldraht umfasst das Gebiet und trägt zu der Abschreckungs- und Abschottungskulisse bei. Hinein- und Hinausgehen ist nur schwer und unter eng gesteckten Regeln möglich.

Zudem fielen uns beim Laufen von der AEO in die Bamberger Innenstadt die vielen Nazi-Aufkleber auf, die beinahe überall hingen und nur teilweise entfernt wurden. (mehr…)

Gegen den Staat und seine Knäste – Solidarität mit den Angeklagten vom 31.Mai!

Am 2.8. fand vor dem Amtsgericht Nürnberg der insgesamt fünfte Prozess gegen einen Aktivisten vom 31.Mai 2017 statt. Gegen das Urteil gegen ihn (Geldstrafe) hat die Staatsanwaltschaft bereits Berufung eingelegt. Ein ausführlicher Prozessbericht darüber findet sich auf der Seite der Antirepressionskampagne Ausbruch Aufbruch Anarchie.
Wir veröffentlichen an dieser ein ausführliches Statement unserer Gruppe zu den Prozessen rund um den 31.Mai und unserer Kritik am Knastsystem insgesamt. In verkürzter Form wurde dieses Statement auf der Kundgebung am 2.8. als Rede verlesen.
Außerdem rufen wir dazu auf, auch bei den kommenden Prozessen die Angeklagten solidarisch zu unterstützen. Das nächste Verfahren gegen diesmal zwei Personen gleichzeitig wird am 21.9. stattfinden.

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18.08. | Never again! Auf die Straße gegen das „Bürgerbündnis Franken“

Kommt am 18.08. um 13:15 zum Weißen Turm um den Nazis den Tag zu vermasseln!

„Bürgerbündis Franken“, unter diesem vermeintlich harmlos klingenden Namen wollen am 18.08.2018 Rassist*innen, Holocaustleugner*innen und Antifeminist*innen in Nürnberg auf die Strasse gehen. Das „Bürgerbündnis“ ist nur eine weitere rechte Gruppe neben PEGIDA, AfD und CSU die ihren stumpfen Hass auf Geflüchtete in aller Öffentlichkeit kundtun möchte, um noch mehr Menschen anzustacheln es ihnen gleich zu tun. (mehr…)

Rückblick auf die Tage gegen Repression

Die Tage gegen Repression vom 11. bis 13. Mai sind nun schon wieder über einen Monat her und wir möchten uns an dieser Stelle noch einmal bei allen Referent*innen und Besucher*innen für den interessanten Input, die spannenden Diskussionen und die angenehme, solidarische Atmosphäre bedanken, die das Wochenende geprägt haben und trotz des unschönen Themas Mut gemacht und Energie für weitere Kämpfe gespendet haben.
Da jede*r sicherlich eigene Highlights hat und etwas anderes aus dem Wochenende zieht, wollen wir hier nur einen groben Überblick über das geben, was gelaufen ist, und eine kleine Einschätzung als organisierende Gruppe abgeben. Einige der Vorträge haben wir außerdem als Audios aufgenommen und unten im Artikel eingefügt.
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12.06.18 | Anarchistische Bewegungen und Widerstand gegen kapitalistische Ausbeutung in Griechenland

Veranstaltung mit Ralf Dreis

Nach drei Jahren links-rechter-Querfrontregierung in Griechenland ist das Land raus aus den Schlagzeilen. Laut einhelliger Meinung deutscher Massenmedien geht es wirtschaftlich wieder bergauf. Grund genug etwas genauer hinzuschauen.

Die Veranstaltung gibt einen Überblich über den Stand der Dinge nach acht Jahren Spardiktat, über Selbstorganisierung im autoritären Krisenstaat, besetzte Häuser, soziale Zentren und den erneut aufkommenden Nationalismus. Einen besonderen Schwerpunkt werden die Aktivitäten der verschiedenen anarchistischen Strömungen und ihre Abwehrkämpfe gegen staatliche Repression und faschistische Angriffe bilden.

Der Griechisch-Übersetzer Ralf Dreis lebt in Deutschland und Griechenland und ist in beiden Ländern in der anarchistischen bzw. anarchosyndikalistischen Bewegung aktiv. Seit Mitte der 90er Jahre berichtet er für die anarchistische und linke Presse über politische Entwicklungen in Griechenland.

Am 12.06.18 um 20:00 im Projekt 31. Ab 19:00 gibt’s bereits veganes Essen für alle.

IFA | Anarchist*innen eröffnen ABRA (Soziales Zentrum & Anarchistische Bibliothek) in Havanna

Im Jahr 2016 hat sich die FdA an einer Spendenkampagne beteiligt, die zum Ziel hatte, Geld für den Kauf eines Gebäudes in Kuba zusammenzubekommen. Die Föderation leistete schließlich einen bedeutenden Beitrag dazu.
Nachdem den Genoss*innen in Kuba der Kauf eines Objekts in der Hauptstadt Havanna gelang, war es nun am Samstag, dem 5.5.2018 endlich so weit: Das Zentrum ABRA (Soziales Zentrum und Libertäre Bibliothek) öffnete feierlich seine Tore. Im Folgenden dokumentieren wir den Text zur Eröffnung.

Diesen 5. Mai 2018 beginnt mit der Eröffnung des ABRA, des “Centro Social y Biblioteca Libertaria” (Soziales Zentrum und Libertäre Bibliothek), für eine Gruppe von Kubaner*innen eine neue Etappe im Prozess der eigenen Emanzipierung.

Mit diesem Projekt möchte das Kollektiv “Taller Libertario Alfredo López” (eine 2012 entstandene, anarchistische, antiautoritäre und antikapitalistische Initiative, die Mitglied der Anarchistischen Föderation in Mittelamerika und der Karibik, FACC, ist) in enger und lebhafter Kooperation mit befreundeten Kollektiven, wie dem “Observatorio Crítico Cubano”, “Guardabosques” sowie einigen anderen Individuen, einen dauerhaften und autonomen Raum im heutigen Kuba zu schaffen.
Einen Ort, um Erfahrungen und Praktiken zu fördern, die unabhängig sind von jedweder Regierung (ob in- oder ausländisch) bzw. von jedweden Institutionen, die Regierungen repräsentieren. (mehr…)

11.-13. Mai | Tage gegen Repression

Gefängnisse, Einsperrung und Unterdrückung gibt es schon so lange, wie Menschen über Menschen herrschen. Derzeit erleben wir jedoch ein Ausmaß an Verfolgung durch staatliche Organe, welches (zumindest in der jüngeren Vergangenheit) beispiellos ist. Einhergehend mit dem Rechtsruck und dem Diskurs um Sicherheit werden massive Gesetzesverschärfungen durchgepeitscht. Egal ob §§113/114 StGB oder das Polizeiaufgabengesetz (PAG) – widerständige Positionen sollen kriminalisiert, die Kompetenzen bei der Verfolgung ausgeweitet und das Strafmaß erhöht werden. Selbst bei Nichtigkeiten drohen inzwischen Haftstrafen.
Repression hat viele Gesichter
Dass Anquatschversuche, Drohungen, strafrechtliche Verfolgung und Knastaufenthalte nicht ohne spürbare Folgen für uns alle bleiben, ist nicht verwunderlich. Repression ist nicht nur die Androhung einer juristischen Verfolgung, sondern hat Auswirkungen auf unsere Psyche, kann uns im schlimmsten Fall lähmen und handlungsunfähig machen – das zumindest ist beabsichtigt. Doch wir fügen uns dem nicht! Wir sind solidarisch und wehren uns kollektiv, wir informieren uns, diskutieren und finden Möglichkeiten des Umgangs und des Widerstandes.
Höchste Zeit also, uns umfassend mit dem Thema auseinanderzusetzen! Zu diesem Zweck finden vom 11. – 13. Mai die Tage gegen Repression im Projekt 31 in Nürnberg statt.
Für Pennplätze einfach eine Mail an aufdersuche[at]riseup.net schreiben!