30.07. | Vortrag: Anarchismus in Japan

am Dienstag, 30. Juli im Projekt 31
Vortragsbeginn 20:00
Veganes Essen ab 19:00

Ankündigungstext des Referenten von TKA4:

Japan. Eine Insel im fernen Fernost. Eine Insel voller Animes, Sushi, Sexismus und Fremdenfeindlichkeit. Wer hätte gedacht, dass es in diesem Blade-Runner-Land Anarchismus geben könnte? Wer hätte gedacht, jemand von dort könnte nach Europa kommen, um über den Anarchismus in diesem Himmelreich aus Essig und Sojasauce zu sprechen?
Anscheinend gibt es jetzt jemanden. Für diese Veranstaltung haben wir einen Anarchisten/Aktivisten aus Tokyo zu Gast, der mit uns seine Ansichten, Erfahrungen und Experimente zum Thema Anarchismus in Japan teilen wird: Gab es das jemals? Was ist passiert? Was sollte getan werden? Wie helfen Anarchist*innen Menschen ohne Unterkunft in Tokyo und warum ist das heute besonders wichtig? Was zum Teufel ist TKA4? Und was kannst DU tun, um dich mit den Leuten in Japan solidarisch zu zeigen? Lasst uns gemeinsam reden und uns darüber austauschen!

28.05. // 04.06. | Organisiert euch! Aber wie? Plattformismus vs. Synthese

Am 28. Mai und 4. Juni greifen wir mit zwei relativ konträren Vorträgen eine aktuell geführte Debatte im organisierten deutschsprachigen Anarchismus auf:
Nämlich die Frage, ob sich eine gesteigerte gesellschaftliche Relevanz des Anarchismus eher über eine bewusst pluralistische, verschiedene Handlungsansätze vereinende, sprich „synthetische“, Organisation erreichen lässt, oder ob dies innerhalb einer Organisation zu lähmenden Widersprüchen führt und ob nicht eher politische Gruppen, die für sich selbst definiertere Ziele, einheitlichere Strategien und Erwartungen an die Mitglieder festlegen, erfolgversprechender sind.

Letztere Schlussfolgerung hat die Ende 2018 an die Öffentlichkeit getretene Organisation „Die Plattform“ für sich gezogen. Mit ihrer Initiative, eine plattformistischen Föderation mit anarcho-kommunistischer Ausrichtung im deutschsprachigen Raum aufzubauen, haben sie bereits für viel Diskussionsstoff gesorgt, zustimmender wie ablehnender Art gleichermaßen. In ihrem Vortrag am 28. Mai werden sie ihren Organisierungsansatz nun auch in Nürnberg vorstellen und erörtern, welche positiven Ansätze der Plattformismus zur Weiterentwicklung des deutschsprachigen Anarchismus bietet:

Die Plattform:
Warum wir eine dritte anarchistische Föderation für den deutschsprachigen Raum brauchen – 28.05., 19:30 Uhr

Eine andere Richtung schlägt der Vortrag am darauffolgenden Dienstag (4. Juni) ein. Der Anarchist Jens Störfried betont darin die Notwendigkeit solidarisch-konstruktiver Auseinandersetzung miteinander und zeigt eine Vielfalt in den Ansätzen in diesem Zusammenhang als Stärke auf. In seinem Vortrag, der sich auf sein Plädoyer für eine neue anarchistische Synthese bezieht, wird es daher vorwiegend um die Vorteile eines pluralistischen Organisierungsansatzes gehen:

Jens Störfried:
Für eine neue anarchistische Synthese – 04.06., 19:30 Uhr

Beide Vorträge finden während der Dienstags-vEfa (veganes Essen für alle) im Projekt 31 (An den Rampen 31, 90443 Nürnberg) statt.

09.04 | Soliabend

Soliabend für die Angeklagten im Fall „Netzwerk“ am 9. April um 19:00 Uhr im Projekt 31

Im April laden wir euch zu einer Solikneipe mit veganem Essen für alle herzlich ins P31 ein! An diesem Abend wollen wir unsere Solidarität mit den russischen Antifaschist*innen und Anarchist*innen, die von Repression betroffen sind, zeigen.

Seit 2017 fährt der russische Staat sämtliche ihm zu Verfügung stehende Mittel auf, um diese Bewegung zu kriminalisieren. Mit Hilfe des FSB (Inlandsgeheimdienst) konstruierte der russische Staat eine Terrororganisation, genannt “Netzwerk”. Mit Hilfe dieser erfundenen Terrororganisation rechtfertigt er Verschleppungen, Folter und Knast für unsere Genoss*innen. Aktuell sind ca. 10 Personen betroffen. Mit ihnen wollen wir uns solidarisieren.

Dazu gibt es lecker veganes Essen, Solidrinks und Informationen zum aktuellen Stand der (Un-)Dinge. Also kommt zahlreich vorbei und zeigt unseren Genoss*innen, dass sie nicht alleine sind!

Mehr Infos findet ihr unter: www.rupression.com

07.04.2019 | Umsonstflohmarkt und offenes Kuchenbuffet im Projekt 31

Ein Umsonstflohmarkt ist schnell erklärt:
Wer Dinge übrig hat oder selbst nicht mehr gebrauchen kann, bringt sie an diesem Tag zum Flohmarkt, wo andere Menschen sie mitnehmen und gebrauchen können. Jede_r kann sich nach den eigenen Bedürfnissen nehmen, auch ohne selbst etwas mitgebracht zu haben. All das funktioniert ohne Geld oder Tausch und richtet sich nach dem, was die einzelnen Menschen geben wollen beziehungsweise was sie benötigen. Daher ist es auch selbsterklärend, dass die mitgebrachten Dinge funktionsfähig und für andere Menschen von Nutzen sein sollten. Wenn ihr also herumstöbern wollt oder selbst etwas übrig habt, kommt damit ab 14:00 zum Umsonstflohmarkt vorbei!

Der Umsonstflohmarkt will jedoch noch viel mehr sein als bloß ein Ort, an dem du deine verstaubten Schätze loswirst und neue entdeckst. Uns geht es auch um eine grundsätzliche Kritik an den vorherrschenden Maßstäben von Verwertbarkeit und Leistungszwang, die unsere Gesellschaft und unser aller Denken prägen. Unter der kapitalistischen Notwendigkeit eines allgegenwärtigen Strebens nach Profitmaximierung sowie der Logik, dass jede Leistung auch eine Gegenleistung bräuchte, werden die Bedürfnisse von Menschen und soziale und ökologische Anliegen mit Füße getreten. Wer bei diesem Ellbogenkampf hintenunter fällt– wer sich immer wieder um eine Arbeit bemüht, aber keine bekommt oder gekündigt wird; wer das Pech hat, trotz mehrerer Jobs nicht genügend Geld zu verdienen um über die Runden zu kommen; oder aber, wer zu selbstbewusst gegen den Zwang zur Lohnarbeit aufbegehrt und sanktioniert wird – so jemand ist nach vorherrschender Meinung selbst schuld an seiner Misere.
Dabei ist offensichtlich, dass Armut und soziale Ungleichheit nicht nur Konsequenzen, sondern maßgebliche Voraussetzung für das Funktionieren eines Systems sind, das auf solche Klassenunterschieden aufbaut – ebenso wie es sich auch der Mechanismen Rassismus und Sexismus bedient, um Menschen für noch weniger Lohn noch hemmungsloser ausbeuten zu können.

Durch das Herstellen eines sozialen Raumes wie dem Umsonstflohmarkt, in dem frei nach den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten genommen und gegeben wird, wollen wir kapitalistische Strukturen grundlegend infrage und ihnen eine selbstbestimmte Alternative entgegen stellen. Daher soll auf lange Perspektive nicht bei der bloßen Nutzung einer Umsonstökonomie stehen geblieben werden, sondern wir wollen auch eigene Ansätze eines solidarischen, wirklich gleichberechtigten Miteinanders entwickeln. Vernetzung, Austausch und einander bei Kaffee und Kuchen als Nachbar_innen kennenlernen, können den Anfang bilden, um Vereinzelung und Isoliertheit zu durchbrechen.

Alles für alle – und zwar umsonst!

19.02 | Gedenktafelenthüllung + Vortrag der Fritz Oerter Initiative

Feier des 150. Geburtstags des Fürther Schriftstellers, Kriegsgegners, Anarchosyndikalisten, Lithografen und Bibliothekars. 19. Februar 2019 17:00 Uhr. Gedenktafelenthüllung Obere Fischerstraße 3 Fürth

Fritz Oerter wurde vor 150. Jahren, am 19. Februar 1869, als Kind einer Soldatenfamilie geboren und erlebte den abstoßenden Militarismus von Kindesbeinen an. Den Großteil seines Lebens verbrachte er in Fürth. Früh wandte er sich libertären Idealen zu, organisierte sich in anarchosyndikalistischen Gruppen und Kulturvereinigungen.
Als Schriftsteller und politischer Kommentator hinterließ er ein umfangreiches Werk, das durch enormes Wissen, treffende Alltagsbeobachtungen und Analysen glänzt. Darin befasste er sich intensiv mit wirtschaftlichen und politischen Fragen, mit Pädagogik und Sexualität. (mehr…)

20.02 | Ausbau des Frankenschnellweges

Vortrag am Mittwoch dem 20.02.2019 im Projekt 31 ab 19:00 Uhr mit dem Verkehrsclub Deutschland

Seit Jahrzehnten wird von Seiten der Autofahrer gefordert, den Frankenschnellweg kreuzungsfrei auszubauen. Der Baubeginn gemäß der Pläne der Stadt Nürnberg ist momentan durch eine nicht entschiedene Klage blockiert.

Ein solcher Ausbau würde nach Ansicht des ökologischen Verkehrsclubs VCD (Verkehrsclub Deutschland) die Probleme nicht lösen, sondern sogar verstärken. Weit über eine halbe Milliarde Euro würden sinnlos vergeudet. Dieses Geld sollte in umweltverträgliche Verkehrsmittel investiert und nicht für das längst gescheiterte Ziel einer „autogerechten Stadt“ geopfert werden. (mehr…)

Rede zur Demo gegen Abschiebungen am 18.12.


Am 18.12. hielten wir anlässlich einer antirassistischen Demonstration in Nürnberg eine Rede gegen Nationen, Staaten und Grenzen. Diese Demo des Widerstand Mai31-Bündnisses wollte unter anderem auf einen Prozess am Folgetag aufmerksam machen, der sich gegen einen jungen Berufsschüler richtete, der am 31.Mai 2017 aus dem Klassenzimmer heraus abgeschoben werden sollte.
Wegen Widerstand und Sachbeschädigung wurde er am 19.12. unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu 100 Arbeitsstunden wegen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit tätlichem Angriff, Körperverletzung, Sachbeschädigung und unerlaubten Aufenthalts ohne Pass“ verurteilt. Das alles, nachdem sein wiederholtes Asylverfahren wenige Tage zuvor negativ beschieden worden war.

Wenn im gesellschaftlichen Diskurs und den Medien über Nationalgrenzen gesprochen wird, geht es in der Regel immer darum: Wie können die Grenzen eines Staates gestärkt, ausgebaut, besser bewacht, militarisiert werden. Was bei diesem Diskurs unweigerlich mitschwingt ist die Frage, was durch die entsprechende Grenze definiert wird. Explizit geht es darum, wer sich innerhalb dieser Grenzen aufhalten darf und wer nicht. Welche*r Mensch gehört zum Team „Volksgemeinschaft“ und welche*r nicht.
Durch die bloße Existenz der Idee „Grenze“ werden Menschen eingeteilt, sie werden gezwungen, sich willkürlich einer Zuschreibung von Nationalität zu unterwerfen. (mehr…)