Archiv für Juni 2014

Bericht zur Nachttanzdemonstration „Nürnberg brennt, Wir tanzen!“

NAchttanzdemonstration \"Nürnberg brennt, Wir tanzen!\"

Nachttanzdemonstration: Nürnberg brennt, Wir tanzen!

Am 20.06.2014 fand in Nürnberg eine Nachttanzdemonstration unter dem Motto „Nürnberg brennt, Wir tanzen!“ statt, an der sich ca. 300 Personen beteiligten.
Bereits ab 18 Uhr war der Lautsprecherwagen am Annapark, dem Ort der Auftaktkundgebung, zugegen und die ersten eintreffenden Personen konnten bis zum Beginn der Demonstration in der Sonne noch der Musik lauschen.
Um 19:15 begrüßte ein Sprecher des Demonstrationsbündnisses die Anwesenden und ein Redebeitrag des Bündnisses, welcher die Beweggründe und den Anlass der Demonstration genauer erläuterte, wurde verlesen.
In diesem wurde sich für den Ausbau und die Verteidigung selbstverwalteter Räume ausgesprochen, sowie eine solidarische Gesellschaftsperspektive jenseits des Kapitalismus und der sozialen Spaltung eingefordert. Dabei machte der Redner deutlich, dass Mensch sich nicht auf die Stadt Nürnberg oder den Staat verlassen könne, sondern der Wunsch nach kollektiver Selbstverwaltung in allen Lebensbereichen nur zu erreichen sei, wenn die Menschen beginnen würden, ihre Belange selbst in die Hand zu nehmen, sowie sich untereinander zu vernetzen.
Auch der Nürnberg Staatsschutz, der bereits auf der Auftaktkundgebung präsent war, schien sich für die Demonstration zu interessieren und begleitete die Demonstration in einigem Abstand bis zum Ende mit. Ansonsten war die Polizei nur mit wenigen Kräften vor Ort und verhielt sich gegenüber den Demonstrationsteilnehmer_innen ruhig.
Mit anfänglichen Technikproblemen auf den ersten 500 Metern, für die wir uns nochmals entschuldigen wollen, startete der Demonstrationszug gegen 19:30 mit anfänglich ca. 200 Personen lautstark durch die Nürnberger Südstadt in Richtung Hauptbahnhof.
Vom Hauptbahnhof, zurück in die Südstadt, über den Aufseßplatz und die Landgrabenstr. ging es dann in Richtung des neu eröffneten selbstverwalteten Jugend- und Kulturzentrums Projekt 31. Bis zu diesem Zeitpunkt wuchs die Demonstration durch später zustoßende Demonstrationsteilnehmer_innen auf bis zu 300 Personen an.

Direkt vor dem Projekt 31 fand eine Zwischenkundgebung statt, auf der ein Delegierter des Hauses das Projekt vorstellte und Interessierte dazu einlud vorbei zu kommen, um das Objekt mit Leben, neuen Ideen und Menschen zu füllen.
Im anschließenden Redebeitrag der Antifaschistischen Linken Fürth zeigte sich der Sprecher erfreut über die Eröffnung eines weiteren selbstverwalteten Raums in Nürnberg, der wie der Infoladen „Schwarze Katze“ als Raum für politische Arbeit und Austausch, sowie als Platz für das Ausprobieren neuer Lebens- und Umgangsformen dienen soll. Weiterhin informierte der Redner detailliert über den 2011 eröffneten „Infoladen Benario“ in Fürth, der seitdem ebenfalls als selbstorganisierter Raum für antifaschistische und linksradikale Politik in Fürth zur Verfügung steht.
Kurz bevor es mit der Demonstration weiterging, wurde auf vom Dach des Projekt 31 Pyrotechnik gezündet und ein Transparent entrollt, auf dem sich solidarisch erklärt wurde mit dem in Barcelona geräumten und anschließend zerstörten Kulturzentrum „Can Vies“.
Daraufhin setzte sich die Demonstration wieder über den Frankenschnellweg in Richtung Gostenhof in Bewegung, wo am Jamnitzer Platz schließlich die Endkundgebung stattfand.
In einem Redebeitrag der Organisierten Autonomie machte eine Delegierte auf die immer sichtbarer werdende Gentrifizierung im Stadtteil Gostenhof aufmerksam, benannte dabei einschlägig bekannte Baufirmen, die diesen Prozess führend vorantreiben und rief dazu auf sich an der Stadtteilumfrage der Organisierten Autonomie zu eben jenem Thema zu beteiligen. Dabei kritisierte die Sprecherin ebenfalls die Wohnungspolitik der Stadt Nürnberg und allen voran die Politik der SPD in diesem Zusammenhang.
Über den gesamten Verlauf der Demonstration wurden immer wieder verschiedene Jingles gespielt, die sich mit Thematiken wie Überwachung und sozialer Ausgrenzung im öffentlichen Raum, der Forderung nach einem Wagenplatz in Nürnberg und dem Projekt 31 auseinandersetzten.
Zum Schluss trat noch eine neu gegründete Rapcrew auf, die sich in ihrem ersten produzierten Song ebenfalls für selbstverwaltete Räume stark machte und nochmals die Eröffnung des Projekt 31 thematisierte. Nach der offiziellen Auflösung der Veranstaltung ließen sich die noch anwesenden Personen im Jamnitzer Platz nieder um den Abend ausklingen zu lassen.
Alles in allem bewerten wir die Demonstration und die anschließende Nacht als Erfolg, auch wenn wir uns aufgrund der Mobilisierungsanstrengungen ein paar mehr Teilnehmer_innen erhofft hätten. Danke für euer Kommen und die gute Laune, die ihr alle mitgebracht habt.

Für weitere Infos rund um das Projekt 31, sowie anstehende Termine und Veranstaltungen, besucht auch:

http://www.projekt31.org/
http://aja.redside.tk/
http://www.kunstverein-nuernberg.de/kv/index.php/de/