23.11. – 24.11. | Vorträge: NSU / Identitäre Bewegung

Vorträge zum NSU-Komplex und der Identitären Bewegung am 23.11. – 24.11. im Projekt 31

Die extreme Rechte sieht in Deutschland auf den ersten Blick häufig recht alt aus. Doch, häufig unbemerkt von einer breiten Öffentlichkeit, hat sich jenseits von NS-Wiedergänger*innen, Hakenkreuzrittern und Scheitelträgern eine „Neue Rechte“ herausgebildet. Nicht in Parteiform, sondern als Bewegung, Strömung und als Organisationsgeflecht im vorpolitischen Raum. Neueste Erscheinungsform der „Neuen Rechten“ sind die „Identitären“, ein Import aus Frankreich. Diese treten unter Parolen wie „Tanz die Reconquista!“ oder „Multikulti wegbassen!“ an, um das Abendland zu verteidigen. In der Bundesrepublik geschieht das vorerst vor allem nur auf Facebook, wo es über 40 Ortsgruppen gibt. Sie geben sich dabei als NPD-fern, anti-extremistisch und ihre Begleitmusik kommt von „Frei.Wild“. Diese neue Form der extremen Rechten soll kritisch betrachtet und geklärt werden wie gefährlich die „Identitären“ in Deutschland derzeit sind.
Im Anschluss soll es auch ausgiebig Raum für Diskussion und Fragen geben.

NSU:
Anti-demokratische Inlandsgeheimdienste, unkontrolliertes V-Mann-Unwesen, Nazi-Terror-Szene, rassistische Ermittlungen und Staatsversagen: Zwingende Konsequenzen

Der „Nationalsozialistische Untergrund“ (NSU) steht heute für die bekannteste neonazistische Terrororganisation in der BRD. Nach seinem Auffliegen im Jahre 2011 öffnete sich das Panorama des wohl größten Geheimdienstskandals der Geschichte der BRD und eines unvorstellbaren behördlichen Rassismus’ in den Mordermittlungen. Wie weit staatliche Strukturen in das Geschehen verstrickt sind, ist bis heute nicht einmal ansatzweise geklärt. Im Gegenteil: ein beispiellos dreister Vertuschungsskandal der unter Verdacht stehenden Behörden (Polizei, Inlandsgeheimdienst „Verfassungsschutz“, BND, MAD usw.) überschattet selbst die Aufklärungsbemühungen Parlamentarischer Untersuchungsausschüsse und des NSU-Prozesses vor dem Oberlandesgericht in München. Es werden Informationen vorenthalten und manipuliert, Akten geschreddert oder zurückgehalten und eine Aufklärung des Komplexes sog. V-Leute hintertrieben. Viele ungeklärte Fragen und haarsträubende Ungereimtheiten sind nach wie vor offen.

Der Journalist Friedrich Burschel (Radio Lotte Weimar, NSU-Watch, Rosa Luxemburg Stiftung Berlin) begleitet von Beginn an den NSU-Prozess in München. Er gibt tiefe Einblicke in den NSU-Komplex und das Agieren der involvierten Sicherheitsbehörden mit ihrem unkontrollierten V-Mann-Unwesen und zeigt die enormen Gefahren auf, die dadurch für das Gemeinwesen entstehen. Gerade vor dem Hintergrund zunehmender massiver Ausschreitungen gegen Flüchtlinge und ihre Unterkünfte ist dies von höchster Aktualität.

Alle Vorträge finden im Projekt 31 statt (An den Rampen 31 – 90443 Nürnberg)
Start ist jeweils um 19:00 Uhr