20.3. | Gelebte Solidarität

Am Dienstag, den 20.3. veranstaltet das Bündnis Widerstand Mai31 – Solidarität ist kein Verbrechen eine abendfüllende Reihe von Vorträgen und Diskussionen u.v.m. Das alles findet unter dem Namen „Gelebte Solidarität: Die Geschehnisse des 31.Mai erzählt von unten“ ab 17:15 Uhr im Großen Saal des Nachbarschaftshaus Gostenhof (Adam-Klein-Straße 6, 90429 Nbg) statt.

Inhalt:

Schilderungen von Augenzeug*innen:
Schüler*innen, Aktivist*innen und weitere Beteiligte schildern ihre Eindrücke des Tages

Juristische Einordnung der Abschiebung und des Widerstands
- Anwalt Michael Brenner beleuchtet Aspekte der gängigen Abschiebepraxis und Spezifika der versuchten Abschiebung von Asif N.
- juristische Einordnung des eskalierten Polizeieinsatzes und der
darauf folgenden Repression durch Anwalt Mathes Breuer

Historische Einordnung des Umgangs mit Widerstand:
- Vortrag von Prof. Dr. Benjamin Ortmeyer (Forschungsstelle NS-Pädagogik) zu Widerstand und Repression, heute und in der Zeit des Nationalsozialismus

Diskussion und Ausblick
- Welche Lehren ziehen wir aus dem 31 .Mai?
- Wie wirkt sich verschärfte Repression in Zeiten des Rechtsrucks aus?
- Welche Handlungsoptionen bleiben Betroffenen und Menschen, die mit der Abschiebepraxis nicht einverstanden sind?

Ankündigungstext:

Die versuchte Abschiebung des Berufsschülers Asif N. Am 31.Mai 2017 aus der Berufsschule B11 in Nürnberg schockiert bis heute große Teile der Gesellschaft. An diesem morgen kamen Polizeibeamt*innen in die Berufsschule um Asif abzuholen.
Daraufhin solidarisierten sich über 300 Schüler*innen und Unterstützer*innen mit ihm und stellten sich dem Polizeiauto in den Weg. Zunächst wurde dies von den Medien und der Öffentlichkeit als Akt großartiger Zivilcourage bezeichnet, später wurden die Darstellung der Ereignisse jedoch von Polizei und Innenministerium verdreht. Übergriffe der Beamt*innen wurden geleugnet und stattdessen als vorbildlicher Polizeieinsatz dargestellt. Die Aussagen der Polizeibeamt*innen stehen im krassen Widerspruch zu Berichten von Augenzeug*innen und Videoaufnahmen vom 31.Mai.
Statt das gewalttätige Vorgehen der Polizei zu thematisieren, werden Aktivist*innen mit Repression konfrontiert. Diese Repression gipfelte zuletzt in einer Öffentlichkeitsfahndung nach einer jungen Frau, die eine PET Weichplastikflasche geworfen haben soll. Zudem wurde inzwischen bekannt, dass durch das Schulamt der Stadt Nürnberg und die Polizei Druck auf Zeug*innen ausgeübt wurde, damit sie diese Version der Geschehnisse widerrufen. Es scheint, als solle hier nur ihre Darstellung des Tages zugelassen werden und mittels starker Repression Zivilcourage und Solidarität mit Geflüchteten unterbunden werden.
Das Solidaritätsbündnis Widerstand Mai31 lädt zu einer Veranstaltung ein, auf der, abseits der Darstellung von Polizei und Innenministerium, eine echte Aufarbeitung der Geschehnisse stattfinden soll. Diese bietet den Akteur*innen, die am 31 .Mai tatsächlich anwesend waren eine Plattform, um die Eindrücke zu schildern, die in der Öffentlichkeit nicht mehr gehört werden sollen. Die Schilderungen werden in einen Gesamtkontext eingebettet, der auf juristischer, politischer und historischer Ebene die gesellschaftliche Relevanz des Tages verdeutlicht.