Archiv der Kategorie 'Allgemein'

Rede zur Demo gegen Abschiebungen am 18.12.


Am 18.12. hielten wir anlässlich einer antirassistischen Demonstration in Nürnberg eine Rede gegen Nationen, Staaten und Grenzen. Diese Demo des Widerstand Mai31-Bündnisses wollte unter anderem auf einen Prozess am Folgetag aufmerksam machen, der sich gegen einen jungen Berufsschüler richtete, der am 31.Mai 2017 aus dem Klassenzimmer heraus abgeschoben werden sollte.
Wegen Widerstand und Sachbeschädigung wurde er am 19.12. unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu 100 Arbeitsstunden wegen „Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte mit tätlichem Angriff, Körperverletzung, Sachbeschädigung und unerlaubten Aufenthalts ohne Pass“ verurteilt. Das alles, nachdem sein wiederholtes Asylverfahren wenige Tage zuvor negativ beschieden worden war.

Wenn im gesellschaftlichen Diskurs und den Medien über Nationalgrenzen gesprochen wird, geht es in der Regel immer darum: Wie können die Grenzen eines Staates gestärkt, ausgebaut, besser bewacht, militarisiert werden. Was bei diesem Diskurs unweigerlich mitschwingt ist die Frage, was durch die entsprechende Grenze definiert wird. Explizit geht es darum, wer sich innerhalb dieser Grenzen aufhalten darf und wer nicht. Welche*r Mensch gehört zum Team „Volksgemeinschaft“ und welche*r nicht.
Durch die bloße Existenz der Idee „Grenze“ werden Menschen eingeteilt, sie werden gezwungen, sich willkürlich einer Zuschreibung von Nationalität zu unterwerfen. (mehr…)

Gedanken zu den Brandanschlägen in Frankfurt a.M.

Die Brandanschläge auf linke Projekte in Frankfurt kommen nicht aus heiterem Himmel. Der rechten Hetze folgen längst Taten – umso mehr ein Grund, solidarisch miteinander zu sein und der aufkommenden Faschisierung entgegenzutreten! Folgender Flyertext wurde von uns auf der antifaschistische Stadtteildemo in Gostenhof am 22.12.18 verteilt:

Brandanschläge auf linke Projekte in Frankfurt und Umgebung – Solidarität mit den Betroffenen und Kampf dem Faschismus!

In den vergangenen Wochen kam es in Frankfurt a.M. und der näheren Umgebung zu einer Serie von Brandanschlägen auf linke Projekte. Nicht in allen Fällen konnten die Brände rechtzeitig gelöscht werden, bevor ein größerer Schaden entstand. Die meisten der betroffenen Projekte waren bewohnt oder lagen in dicht bebauten Wohngebieten. Der Tod von Menschen wurde somit billigend in Kauf genommen, wenn nicht gar beabsichtigt.(1)

Dies geschieht in einer Zeit, in der in Deutschland und an vielen anderen Orten auf der Welt Stimmung gegen emanzipatorische Projekte und Lebensweisen gemacht wird. Die Faschisierung schreitet nicht nur auf der Straße und in den Köpfen voran, sondern findet ihren Widerhall auch in den Parlamenten – und in rechtsterroristischen Zusammenschlüssen, von denen der mörderische NSU nur der bekannteste, aber bei weitem nicht der einzige ist. (mehr…)

Brandanschläge: Solidarität mit den Projekten in Frankfurt und Umgebung!

Solidaritätserklärung der Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen

In den vergangenen Wochen kam es in Frankfurt a.M. und der näheren Umgebung zu einer Serie von Brandanschlägen auf linke Projekte, von denen leider zwei erfolgreich waren. In sechs Fällen konnten die Brände rechtzeitig gelöscht werden. Die meisten der betroffenen Projekte waren bewohnt oder lagen in dicht bebauten Wohngebieten, der Tod von Menschen wurde billigend, wenn nicht gar beabsichtigt, in Kauf genommen. Am 14. September brannte das Wohnprojekt Knotenpunkt des Mietshäusersyndikats in Schwalbach am Taunus nieder; am 13. November wurde versucht, die seit 35 Jahrten besetzte AU, sowie das nahegelegene Wohnprojekt Assenland anzuzünden, ebenfalls Teil des Mietshäusersydikats; am 15. November brannte eine Gartenlaube der AU und am 16. November wurde dann versucht ein der AU zugeordnetes Fahrzeug anzuzünden. Am 3. Dezember wurde ein Bauwagen des Hanauer Mietshäusersyndikat-Projekts Schwarze 79 angezündet und schwer beschädigt. Zuletzt konnten glücklicherweise zwei Brandanschläge auf das Cafe ExZess am 9. und 10. Dezember rechtzeitig entdeckt und ohne größeren Schaden gelöscht werden. Letzterer erfolgte während des gut besuchten Montagscafés.
Dies geschieht in einer Zeit, in der Parlamente in Deutschland und an vielen anderen Orten auf der Welt Stimmung gegen emanzipatorische Projekte machen. Auch in Frankfurt gab es Angriffe der Politik gegen unter anderem die AU und das ExZess. Es wundert uns nicht, dass den Worten nun Taten folgen. Während islamistischer Terrorismus zu Recht verurteilt wird, sehen der Staat und die Gesellschaft bei rechtem Terror grundsätzlich weg – wie unter anderem der NSU-Prozess deutlich gezeigt hat. Die Allgemeinheit muss endlich eine offensive Position gegen den Rechtsruck beziehen.

Wir sind solidarisch mit allen betroffenen Projekten und Personen. Kampf dem Faschismus!

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Weitere Solidaritätserklärungen und Informationen verlinken wir hier der Vollständigkeit halber:

Pressemitteilung »Faites votre jeu!«, 09.12.2018

Pressemitteilung Mietshäuser Syndikat Regionale Koordination Rhein-Main, 9.12.2018

Presseerklärung ExZess, 10.12.2018

11.12. | Filmabend: Oasen der Freiheit – Anarchistische Streifzüge

Bei unserer nächsten Dienstags-Vefa im Dezember gibt es nicht nur wieder leckeres veganes Essen für alle, sondern wir wollen uns diesmal auch gemeinsam die einstündige Dokumentation über einige anarchistische Orte in Europa ansehen. Ab 19:30 im Projekt 31 – kommt vorbei!

Filmbeschreibung:
Der Schriftsteller Ilija Trojanow begibt sich auf Spurensuche nach Oasen der Freiheit in Europa. Er findet sie – in der anarchistischen Geschichte und Gegenwart, in der Literatur und im Internet.
Der aus Bulgarien stammende Autor, Philsoph und Verleger besucht auf seiner Reise verschiedene selbstverwaltete Projekte: Etwa das kleine spanische Dorf Marinaleda, wo die Uhren anders laufen und die Bewohner seit Jahrzehnten dem Kapitalismus trotzen. Oder die Insel Ikaria, wo keine Uhren laufen, die Menschen zeitlos leben und älter werden. Und er stößt auf einen Gebäudekomplex im Thüringer Wald, der früher als Schutzhütte für Anarchosyndikalist*innen diente und nun als „Bakunin-Hütte“ instandgehalten und selbstverwaltet genutzt wird…

11.11. | Workshop: Radikale Bedürfnisorientierung

Workshop von und mit dem Kollektiv life’s a beach
Am Sonntag, den 11.November ab 13:00 im Projekt 31
Dauer ca. 4 Stunden
Dazu gibt’s vegane Leckereien

In vielen Strukturen wie Schule, Studium, (Lohn-)Arbeit, Politgruppen und persönlichen Beziehung_en sind wir mit Erwartungen konfrontiert. Manchmal bringen diese uns davon ab, einen Weg zu gehen, der richtig gut für uns passt. Zusammen möchten wir darüber sprechen, wie wir mit Erwartungen umgehen und unsere leisen Stimmen wahrnehmen können, die uns erzählen, was wir gerade brauchen. was passiert, wenn wir statt des „Müssens“ und „Sollens“ stärker auf das „Wollen“ achten? Wir wollen herausfinden, was wir ganz freiwillig möchten und nicht möchten, um so unser Leben unseren werten, wünschen und Bedürfnissen entsprechend_er zu gestalten. Wir möchten in einen gemeinsamen Austausch treten, wie radikale Bedürfnisorientierung im Alltag gelebt werden kann.

Offen für all gender und ohne Voranmeldung!

30.10 | Der kurze Frühling der Räterepublik: Lesung mit Simon Schaupp

Veranstaltung in Kooperation mit Prolos und FAU Nürnberg

Am Dienstag, den 30.10. ab 20:00 im Projekt 31
wie jeden Dienstag mit veganem Essen für alle

Der Autor Simon Schaupp wird aus seinem Buch „Der kurze Frühling der Räterepublik – Ein Tagebuch der bayerischen Revolution“ lesen:
Vor hundert Jahren gelang einem behäbigen Völkchen am Rande der Alpen eine der wenigen erfolgreichen Revolutionen Deutschlands. Das Tagebuch der Bayerischen Räterepublik rekonstruiert das Geschehen anhand der Erlebnisse dreier revolutionärer Persönlichkeiten: Dem Anarchisten Erich Mühsam (Revolutionärer Arbeiterrat), der Kommunistin Hilde Kramer (KPD) und dem radikalen Sozialisten Ernst Toller (USPD).
Das Buch hebt sich in mehrerlei Hinsicht von der bisher zur Bayerischen Räterepublik erschienenen Literatur ab. Konzipiert als politische Dreierbiographie, liefert es einen persönlichen Einblick in die Hoffnungen, Strategien und Fehlschläge der bayerischen Revolution.

29.09. | Enough is enough! Auf die Straße gegen die „Alternative für Deutschland“

Kommt am 29.09.2018 um 11:30 zur Siemensstraße / Ecke Gyulaer Straße (südlicher Maffeiplatz) und zeigt der AfD was ihr von ihr haltet!

Am 29.09.2018 wird die AfD (Alternative für Deutschland) Nürnberg zum wiederholten male eine Wahlkampfveranstaltung in der städtischen Meistersingerhalle abhalten. Nach Petry und Gauland hat sie sich diesmal Jörg Meuthen eingeladen. Am Anfang seiner AfD Kariere gab sich Meuthen liberal, ist aber schon lange rhetorisch am extrem rechten Rand angekommen wie die restlichen Parteimitglieder auch. Die Ereignisse in Chemnitz waren der letzte nötige Beweis für all diejenigen die noch Zweifel daran hatten was die eigentlichen Ziele der Partei sind. Hand in Hand mit gestanden Neonazis, marschierten die AfD Anhänger*innen durch die Straßen. Inhaltlich und aktivistisch entwickelt sich die AfD zu einer (in größten Teilen) offen nationalsozialistischen Partei, die ihre völkischen Wahnvorstellungen mit Hilfe des prügelnden und mordenden neofaschistischen Mobs in die Tat umsetzten möchte. Dabei ist die AfD zur Zeit wohl eine der gefährlichsten Rechten Gruppen bei weitem aber mit ihrer Rhetorik und ihren Zielen nicht die Einzige. (mehr…)