Wir als ADS (Auf der Suche) begreifen uns als Zusammenschluss von Menschen aus dem Großraum Nürnberg, verbunden durch die
Ablehnung des kapitalistischen Gesamtsystems und seiner dadurch hervorgerufenen diskriminierenden Herrschaftsformen.

Das kapitalistische System äußert sich durch ein Eigentumsverhältnis, welches die Ausbeutung von Mensch, Tieren und Natur in jedem
Lebensbereich voraussetzt. Der Kapitalismus beherrscht unser aller Leben, deshalb können wir uns nicht freisprechen von seinen Formen von Herrschaft, nach denen wir sozialisiert wurden.
Dennoch wollen wir an diesem Punkt nicht stehen bleiben, sondern versuchen uns intern und extern darüber hinaus zu bewegen und
diese Verhaltensweisen auch im Alltag abzulegen. Wir möchten uns hinterfragend solidarisch mit allen davon Betroffenen zeigen, die
unseren emanzipatorischen Anspruch teilen. Deswegen versuchen wir auch innerhalb der Gruppenstruktur möglichst Hierarchien zu
vermeiden und Entscheidungen im Konsens zu treffen.
Schwerpunktarbeit der Gruppe findet je nach Gruppenkonstellation und der aktuellen politischen Notwendigkeit statt.

Wir als AdS (Auf der Suche) sehen uns als antiautoritär und
antinational. Da wir es nicht für sinnvoll halten politische
Verantwortung nach repräsentativem Prinzip zu delegieren, lehnen wir den Staat als gesellschaftliche Organisationsform grundsätzlich ab, sowie die Nation als legitimationsstiftendes Element für eben diesen.
Um diese Verhältnisse zu überwinden sehen wir eine soziale Revolution als notwendiges Mittel an, die auf jeder Ebene geführt werden muss und welche die Reflexion jedes Menschen erfordert.
Als Grundvoraussetzung für die soziale Revolution müssen
selbstverwaltete Räume geschaffen werden, welche bereits heute den gesellschaftlich vorherrschenden Normalzustand in Frage stellen.
Dabei ist auch die Aneignung (alltagspraktischen) Wissens für uns ein Schlüssel hin zur Selbstbestimmung. Dieses erlaubt die Belange in
solchen Räumen, ohne von anderen abhängig zu sein, selbst in die Hand zu nehmen.

Unser Ziel ist es die aktuellen Verhältnisse zugunsten einer
dezentralen libertär organisierten Gesellschaftsstruktur zu wandeln, in der gewährleistet wird, dass ein jeder Mensch seine Bedürfnisse
zusammen mit allen anderen Beteiligten einer Gesellschaft erfüllen kann.

Da wir unsere Gruppe in einem ständigen Entwicklungsprozess sehen, ist auch das Selbstverständnis in diesem Zusammenhang zu sehen.

Stand: 01.02.2015

Weiterhin ist Auf der Suche Mitglied in der Föderation
deutschsprachiger Anarchist_innen und begreift die Prinzipienerklärung der FdA als Zusatz zum Selbstverständnis:

Ziele:

Unser Ziel ist eine herrschaftsfreie Gesellschaft ohne Grenzen, Klassen und Staaten auf Grundlage der freien Vereinbarung, der gegenseitigen Hilfe und des anarchistischen Föderalismus, der durch gebundene Mandate seitens der Basis gekennzeichnet ist.

Diese Gesellschaft soll pluralistisch sein, damit unterschiedliche Lebensentwürfe und kollektive Grundordnungen gleichberechtigt – verbunden durch den Föderalismus – erprobt, gelebt und umgesetzt werden können.

Da wir jede Herrschaft über und Ausbeutung von Menschen ablehnen, setzen wir uns ein für die Abschaffung aller Formen von Herrschaft und Ausbeutung in kultureller, politischer, sexueller, sozialer, wirtschaftlicher oder sonstiger Hinsicht. Dies beinhaltet die Ablehnung von Hierarchien und Totalitarismen in jeder Form.

Wir treten ein für eine bedarfsorientierte und umweltverträgliche Nutzung der natürlichen Ressourcen.

Menschenbild:

Wir sind der Überzeugung, daß wir Menschen prinzipiell in der Lage sind, eigenständig und selbstbestimmt in einer freien Gesellschaft zu leben und verantwortungsbewusst zu handeln.

Die gegenwärtige Unfähigkeit, tatsächlich in einer herrschaftsfreien Gesellschaft zu leben und der Unwille, sich auf eine solche einzulassen, sind nicht auf die ”Natur des Menschen” zurückzuführen. Vielmehr sind Erziehung, Förderung, Sozialisation und die wirtschaftlichen, politischen und sozialen Rahmenbedingungen, in denen ein Mensch aufwächst und lebt, entscheidend. Dabei nehmen wir uns selbst nicht aus.

Wie wir unsere Ziele erreichen wollen:
Aktionsformen:

Grundlage unseres Handelns ist es, weder Herrschaft erleiden noch Herrschaft auszuüben zu wollen. Dieser Haltung verleihen wir u.a. Ausdruck durch unsere gegenseitige Hilfe, unsere Verweigerung herrschaftlichen Institutionen gegenüber, Ungehorsam jeglicher Art, die Durchführung direkter Aktionen und Demonstrationen, das Ausleben und Umsetzen unserer Kreativität, ein konkretes Erproben anarchistischer Lebenswirklichkeiten und anarchistischer Alltagskultur sowie die herrschaftsfreie Selbstorganisation auf Grundlage des anarchistischen Föderalismus. Aus der Selbstorganisation der Betroffenen und Interessierten soll die revolutionäre Selbstverwaltung aller kollektiven Lebensbereiche (Produktions- und Reproduktionsstätten, Kommunen, Stadtteile, …) erwachsen.

Die Wahl der Mittel leitet sich von unseren Zielen ab. Sie steht in direktem Verhältnis zu den gegebenen Umständen und hängt von der konkreten Situation ab.

Stellvertreter*innenmodelle und die Bildung von Parteien – wie in ausbeuterischen Wirtschaftssystemen und im Parlamentarismus üblich – lehnen wir ab, da diese im Widerspruch zu unseren Vorstellungen einer herrschaftsfreien Gesellschaft stehen.

Wege zur Erreichung einer herrschaftsfreien Gesellschaft:

Die FdA will auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens an die föderalistischen Ideen anknüpfen und sie den Erfordernissen der heutigen Zeit anpassen. Im anarchistischen Föderalismus sehen wir die Grundlage einer wirklichen und dauerhaften Selbstbestimmung, die allein die Gewähr für Freiheit, Gleichheit und Solidarität gibt.

Wir streben keine Übernahme, sondern die Abschaffung der politischen Herrschaft an.

Wir wollen keinerlei Vorschriften machen, ob der Zustand der Anarchie individualistisch, mutualistisch, kollektivistisch, kommunistisch, syndikalistisch etc. angestrebt werden soll, solange der Weg mit unseren generellen Grundsätzen vereinbar ist. Die FdA sieht ihre Aufgabe darin, eine mögliche Anlaufstelle für alle Anarchist*innen zu sein, zwischen den verschiedenen Ideenströmungen im Anarchismus zu vermitteln, um eine richtungsübergreifende Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Warum wir uns organisieren:

Ganz allgemein denken wir, dass es eine Vielzahl von Gründen gibt, sich in einem politischen Zusammenhang zu organisieren. Zunächst ist es eine persönliche Bereicherung und Stütze, die Kontinuität besitzt. Eine Gruppe, die sich regelmäßig trifft entwickelt Vertrauen untereinander, was einen respektvollen und ehrlichen Umgang miteinander ermöglicht. Gleichzeitig ist eine Gruppe weit handlungsfähiger als eine, oder mehrere versprengte Einzelpersonen. Kontinuierliche Arbeit oder das Realisieren größerer Projekte fällt dadurch viel leichter, wenn anfallende Aufgaben oder benötigte Ressourcen auf möglichst vielen Schultern verteilt werden.

Darüber hinaus werden die meisten von uns, die in politischen Basisgruppen aktiv sind, irgendwann an deren Grenzen stoßen. Viele Projekte können nicht realisiert werden, weil etwa die Infrastruktur, die finanziellen Mittel oder die personellen Kapazitäten fehlen. Daneben kann sich auf Dauer eine gewisse Frustration breit machen, wenn die eigene Arbeit vor Ort stagniert, keine sichtbaren Ergebnisse nach sich zieht oder man sich allgemein als kleine Gruppe verloren oder handlungsunfähig fühlt. Dabei gibt es eine Vielzahl von Gruppen, Projekten und Menschen, die ähnliche Vorstellungen von einer zukünftigen Welt und dem Weg dorthin haben. Für uns erscheint es daher logisch, dass diese Gruppen und Menschen sich austauschen, vernetzen und zusammenschließen, sei es aus pragmatischen Gründen um Informationen, Ressourcen und Kontakte zu bündeln, aber auch um sich inhaltlich und thematisch auszutauschen und zu diskutieren.