23.01. | Vortrag „Nationale Befreiung oder Befreiung von der Nation + Konzert

Ntd2015

Am 23.01. veranstalten wir mit dem Referenten Thorsten Mense den Vortrag „Nationale Befreiung oder Befreiung von der Nation – Zur Kritik des (linken) Nationalismus“. Im Anschluss wird es ein Konzert mit RedApollo (Sludge/Hardcore/Metal aus Dortmund) und Heksenhamer (Blackened/Metal aus Berlin) geben. Außerdem wird es wie immer leckeres Essen gegen Spende geben.

Vortrag:
Wenn man die alltägliche Gewalt und die historischen Massengräber des Nationalismus betrachtet, verwundert es, dass linke Bewegungen auch heute noch im Nationalismus das Instrument zur Befreiung sehen. Tatsächlich stand – im bürgerlichen Sinne – hinter dem Konzept der Nation historisch aber auch eine emanzipatorische Idee: Es ging darum, Untertan_innen unabhängig von Herkunft und Stand zu gleichen und freien Subjekten zu machen, die sich im freiwilligen Zusammenschluss eine rationale politische Ordnung geben. Bekanntermaßen ist daraus nichts geworden. Stattdessen wurde die Idee der Nation für die demokratische Transformation der Gesellschaft schon bald von kulturalistischen und rassistischen Grenzziehungen im Namen der Nation verdrängt. Nationalismus wurde zur ideologischen Grundlage für die Legitimation des Ausschlusses und der Gewalt gegenüber den „Anderen“. Als Zwangskollektiv lässt das Konstrukt der Nation dabei auch die „Eigenen“ nicht in Ruhe. Diese Entwicklung von der revolutionären Idee zur ethnischen Ausgrenzungsideologie war kein Zufall oder Resultat einer unglücklichen Abfolge historischer Ereignisse, sondern liegt in den gesellschaftlichen Verhältnissen der Moderne begründet. Nationalismus stellt keine Kritik an den herrschenden Verhältnissen dar – sondern ist selber ein Teil von ihnen. Trotzdem hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg jede Revolution in nationalen Begriffen definiert. Und auch im globalisierten postkolonialen 21. Jahrhundert wird Befreiung weiterhin vorrangig national gedacht.

Thorsten Mense ist Soziologe und freier Autor (Jungle World, Konkret). In dem Vortrag wird es um Geschichte und Funktion des Nationalismus gehen, mit Fokus auf die (vermeintlich) linken Varianten und Nationalen Befreiungsbewegungen. Dabei wird aus einer ideologiekritischen Perspektive seine Funktionalität in der widersprüchlichen Moderne aufgezeigt und dem Verhältnis von Befreiung und Regression im Nationalismus nachgegangen. Nicht zuletzt soll es um Möglichkeiten und Grenzen einer antinationalen Kritik gehen.

Konzert:
RedApollo (Sludge/Hardcore/Metal aus Dortmund)
www.redapollo.bandcamp.com/

Heksenhamer (Blackened/Metal aus Berlin)
www.soundcloud.com/heksenhamer

23.01.2016.
18:00 Uhr Vortrag „Nationale Befreiung oder Befreiung von der Nation“

20:00 Uhr Konzert mit RedApollo und Heksenhamer
Projekt 31, An den Rampen 31, 90443, Nürnberg

28.11. | Den antifeministischen „Genderkongress“ stören!

Ntd2015

Am 28.11.2015 findet der sogenannte „1. Deutsche Genderkongress“ in Nürnberg statt. Die VeranstalterInnen behaupten dabei von sich, dass es sich hierbei um den ersten „ganzheitlichen Genderkongress“ handeln solle, da der Fokus des Kongresses auf Chancengleichheit nicht nur von Frauen, sondern auch von Männern in der Gesellschaft liege.
Komm deshalb am 26.11. um 18 Uhr ins Projekt 31 (An den Rampen 31, 90443 Nürnberg), um sich auszutauschen und gemeinsam Aktionen gegen diesen antifeministischen Kongress zu planen!

Hier noch der Aufruf der Feminismus AG der Interventionistischen Linken Nürnberg:

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Vortragsreihe zur Kritik der Lohnarbeit

Ntd2015

Wir organiseren von Mitte November bis Anfang Dezmber eine Vortragsreihe zur Kritik der Lohnarbeit. Gemeinsam mit euch möchten wir uns ausführlicher mit einem Thema befassen, welches in unserer Gesellschaft allgegenwärtig ist und dennoch kaum tiefgreifend kritisiert wird. Quer durch alle Parteien, von DGB bis Arbeitgeberverbänden, von der taz bis zur FAZ – das nationale Bündnis für Arbeit steht. Dabei können sie sich auf den gesellschaftlichen Konsens berufen, dass Lohnarbeit die natürliche Basis des Lebens sei und jenseits davon – gesellschaftlich wie individuell – nur Armut, Faulheit und Depression zu haben ist. Unter den entsprechenden konjunkturellen Bedingungen ist es zur »realistischen Sicht«, dass selbst schlechte Arbeit doch besser als gar keine sei, dann nicht mehr weit. Unser Ziel ist es die ideologische Verklärung der Lohnarbeit in dieser Gesellschaft zu kritisieren, sowie als das zu entlarven, was sie ist. Produkt und Voraussetzung für die Zwänge des globalen Kapitalismus.

Vortrag mit Michael Bothner
Der Wert des Subjekts.
Leben und arbeiten im 21. Jahrhundert

Wir leben in einer Arbeitsgesellschaft. Immer stärker durchdringt die Idee der Verwertbarkeit und Nutzbarmachung des Individuums alle Lebens- und Gesellschaftsbereiche. Gesellschaftliche Anerkennung kann hier nur noch erfahren, wer dem Leistungsdogma folgt und Erwerbsarbeit leistet. Gleichzeitig befindet sich die Ausgestaltung der Erwerbsarbeit seit einiger Zeit in einem starken Umbruch. Mehr und mehr, so scheint es gewinnen Arbeitnehmer_innen eine neue Autonomie. So können Arbeitszeiten und Methoden flexibler dem eigenen Lebensalltag angepasst werden. Bei näherer Betrachtung unterliegt die Gesellschaft hier einem Trugschluss. Die Verhältnisse haben sich nicht verändert. Es sind nach wie vor die selben Mechanismen der kapitalistischen Ausbeutung und Verwertung am Werk, diese werden durch eine scheinbare neugewonnene Autonomie nur verschleiert und reproduziert. Letztlich ist gar der Arbeitsbegriff selbst zu einem stark verfremdeten Unbekannten geworden, dem vollkommen unkritisch und unreflektiert Gehorsam geleistet wird. Eine an Michel Foucault angelehnte Analyse könnte hier helfen hinter den Schleier zu blicken und die gesellschaftlichen Verhältnisse wieder offen zu legen. Daran anknüpfend kann eine radikale Kritik auf Grundlage der marxschen Werttheorie ausgearbeitet werden. Letzten Endes, so kann eine These hieraus lauten, steht die Forderung nach einer Ablehnung der Erwerbsarbeit und dem Übergang von der Arbeitsgesellschaft in eine Tätigkeitsgesellschaft, in der das Tätigsein von Lohn abgekoppelt ist.
18.11.2015, 19 Uhr, Projekt 31, An den Rampen 31, 90443 Nürnberg

Vortrag mit Rudolf Mühland
Hauptsache Lohnarbeit?
Die Rolle der Arbeit in der Gesellschaft

In den heutigen Industrieländern nimmt die Lohnarbeit einen zentralen Platz im Wertegefüge der Menschen ein. Der Alltag der meisten erwachsenen Menschen wird von der Lohnarbeit oder der Suche nach einem Arbeitsplatz bestimmt. Die wachsende Massenarbeitslosigkeit nimmt nicht nur in sämtlichen Meinungsumfragen den führenden Platz in der Hitliste der die Gesellschaft bewegenden Probleme ein, sondern verhindert bisher einen aktiven, breiteren Widerstand gegen die Zumutungen des kapitalistischen Systems. Grund genug, sich etwas genauer mit der Rolle der Arbeit in der Gesellschaft zu befassen.
27.11.2015, 19 Uhr, Projekt 31, An den Rampen 31, 90443 Nürnberg

Vortrag mit Simon E.
Die Arbeitsgesellschaft ohne Arbeit.
Ein offensichtliches Problem und utopische Ausblicke

„Arbeit ist das halbe Leben“, „Arbeit macht das Leben süß“ – wohlklingende Worte zu diesem Thema kennen wir alle. Die Erwartungshaltung, ‚anständige‘ Berufe zu erlernen, wird uns schon von klein auf antrainiert und fast alle von uns haben sie tief verinnerlicht: die Ethik der Arbeit. Doch es wird immer schwieriger, eine Stelle zu bekommen, von der wir auch tatsächlich leben können. Immer mehr Menschen auf dem gesamten Planeten sind arbeitslos und die in der Arbeitsgesellschaft produzierten Gegenstände werden uns jeden Tag in Kaufhäusern und durch Werbung um die Ohren gehauen. Warum ist das so? Wie bekam die Arbeit diesen Stellenwert in der Gesellschaft? Und was sind die Konsequenzen daraus? Was für Auswirkungen hat diese Gesellschaft, in der so viel mit so wenig Arbeitskraft produziert wird, auf unser Selbstverständnis? Warum werden immer mehr Menschen psychisch krank durch Arbeit? Und ist es nicht eigentlich eine tolle Entwicklung, dass immer weniger Arbeitende benötigt werden? Wie könnte Ansätze und Utopien aussehen, aus diesem Dilemma wieder raus zu kommen, hin zu einer Gesellschaft, in der man ruhigen Gewissens ‚faul‘ sein kann?
05.12.2015, 19 Uhr, Schwarze Katze, Untere Seitenstraße 1, 90429, Nürnberg

Außerdem
Kropotkin und das Lohnsystem
Rizoma, das anarchistische Lesecafé im Projekt31, startet mit neuem Elan und ganz viel heißem Kaffee in die kalte Jahreszeit. Rizoma möchte sich auf einen Ausflug in die anarchistische Vergangenheit begeben und sich in lockerer, angenehmer Lesecafé-Atmosphäre bei Kaffee und veganem Kuchen mit den Ideen Kropotkins hinsichtlich des Lohnsystems befassen.
06.12.2015, 14 Uhr, Projekt 31, An den Rampen 31, 90443 Nürnberg

Praxis, Theorie, Anarchie – Ausflug in die anarchistische Vergangenheit bei Rizoma

Ntd2015

Rizoma, das anarchistische Lesecafé im Projekt31, startet mit neuem Elan und ganz viel heißem Kaffee in die kalte Jahreszeit!
Rizoma möchte sich auf einen Ausflug in die anarchistische Vergangenheit begeben und sich drei wichtigen Denker*innen anarchistischer Theorie zuwenden – nicht staubtrocken, sondern in lockerer, angenehmer Lesecafé-Atmosphäre.
Die kurz gehaltenen Vorstellungen der Anarchist*innen und das gemeinsame Lesen ihrer Texte sollen Anregung zur Diskussion geben und für jede*n leicht verständlich sein. Ihr seid herzlich eingeladen zum zu hören, diskutieren und gemeinsam neue Ideen entstehen lassen.
Heute fand bereits die erste Veranstaltung unter dem Motto „Zu Hause bei Bakunin“ statt. Am 06. Dezember widmet sich Rizoma dann den Ideen Kropotkins zum Lohnsystem und am 03. Januar folgt eine Auseinandersetzung mit den Schriften Emma Goldmanns.

21.10. | AdS Kneipe mit dem Film „Wem gehören unsere Städte?“

AdS Kneipe Okt2015

Die Kneipe ist geöffnet und für Essen gegen Spende ist gesorgt. Wir zeigen den Film: „Wem gehören unsere Städte?“.
Nebenbei wird es natürlich wie immer auch jede Menge zu lesen und einigies an Infomaterial auf unserem Infotisch geben.
Wir freuen uns auf euch!

Geöffnet ab 19 Uhr
Projekt 31, An den Rampen 31
90443 Nürnberg

17.10. | Nachttanzdemo „Nürnberg brennt, wir Tanzen!“

Ntd2015

Am 17. Oktober ist es wieder soweit. Zum zweiten Mal findet unter dem Motto „Nürnberg brennt, wir Tanzen“ die unter anderem von uns organisierte Nachttanzdemonstration statt.

Wir wollen ein Zeichen setzen gegen eine Stadt, die vordergründig durch Verdrängung, Kontrolle und Überwachung gekennzeichnet ist. Stadt im Kapitalismus bedeutet, dass alles der Verwertung unterworfen ist. Auf der anderen Seite heißt das wiederum, dass die vielen Menschen, die das Stadtbild in einer von Verwertung durchdrungenen Gesellschaft stören, ständig verdrängt und mit Repression überzogen werden. Die Gründe für die Vertreibung aus dem öffentlichen Raum sind so vielfältig, wie die vielen Bullen, privaten Sicherheitsdienste und selbsternannten Hilfssheriffs, die dafür verantwortlich sind, dass sie überhaupt statt finden kann. Denn diese Akteure verhelfen der Kriminalisierung von Bettelei, rassistischen Polizeikon­trollen, Platzverboten und den vielen anderen Symptomen einer repressiven Stadtpolitik erst zum Erfolg.

Wenn Menschen sich damit nicht abfinden wollen und sich den urbanen Raum und ihre Leben wieder aneignen wollen, ist der Staat ebenso schnell zur Stelle. Mit bürokratischen Hürden und teils offener Repression werden sie daran gehindert selbstverwaltete und unkommerzielle Räume aufzubauen und zu entwickeln. Denn der Staat sieht in diesen Räumen eine Gefahr für die vorherrschende Logik von Staat und Kapitalismus. Vom Staat und der Stadtpolitik haben wir also nichts zu erwarten. Vielmehr müssen wir diese Freiräume erkämpfen und verteidigen.

Deshalb rufen wir dazu auf am 17. Oktober im Rahmen der Demonstration ein Zeichen zu setzen gegen Verwertung, Verdrängung, Gentrifizierung, Bevormundung, Überwachung und Verein­zelung. Ein Zeichen gegen die bestehenden Verhältnisse.
Lasst uns gemeinsam tanzend die Straßen zurückerobern und zeigen, dass wir eine andere Stadt wollen.

Repression und Verdrängung den Kampf ansagen!
Freiräume entwickeln, erkämpfen, erhalten!
Für eine selbstorganisierte Gesellschaft von Unten!

Weitere Infos und den Aufruf findet ihr unter:
www.ntdnbg.blogsport.eu/

17.10. | 19 Uhr | Demo | Nürnberg | Jamnitzer Platz (Mittlere Kanal Straße)

10.10. | 19 Uhr | Nachttanzdemo Warm Up Party | Nürnberg | Projekt 31

Deutsche Zustände aufmischen!

Seit Monaten dienen viele Städte in der BRD als Bühne für Rassist*innen. Beschützt von der Polizei und begünstigt durch die Politik konnte sich Pegida etablieren.
Unter anderem durch den Aufstieg der AfD fühlen viele Menschen sich beflügelt sich öffentlich rassistisch zu äußern. Was früher nur am Stammtisch zum Ausdruck gebracht wurde, wird mittlerweile ohne große Hemmschwelle in öffentlichen Netzwerken kundgetan oder sogar auf den Straßen ausgelebt. Es ist kein Zufall, dass die Brandstiftungen an Flüchtlingsunterkünften enorm zugenommen haben. Pegida und Co. sind eben kein Phänomen, wie von vielen Medien bezeichnet, welches sich schnell wieder erledigt hat. Der Rassismus, der hier zugrunde liegt, kommt aus der Mitte der Gesellschaft.
Da ist es nur konsequent, dass Nazis sich dabei als willige Vollstrecker des Volkswillens sehen und inszenieren. Dabei verschwimmt die Linie zwischen Nazis und „besorgten Bürger*innen“ zusehends.
Wieder ist es deutsch in Kaltland. Wieder zeigt die deutsche Gesellschaft ihren tief verwurzelten Rassismus. Wieder brennen Unterkünfte für Geflüchtete.

Geflüchtete sind eine Realität. Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg in den globalen Norden auf der Flucht vor Bürgerkriegen und Armut, in der Hoffnung auf ein sicheres und besseres Leben. Bewusst hat der Staat diese Realität ignoriert. Eine Realität, die nur logisch erscheint, wenn man sich die riesigen Flüchtlingslager in der Türkei, im Libanon oder in Jordanien ansieht, in denen Geflüchtete unter unmenschlichen Bedingungen hausen müssen. Währenddessen streichelt Merkel bei einem inszenierten Bürgerdialog ein weinendes Mädchen, welches hier seit mehreren Jahren mit unsicherem Aufenthaltsstatus lebt.
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